Heimspiel - Das Sportmagazin
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TSG 1899 Hoffenheim

Satte fünf Treffer bot die Begegnung Mainz gegen Hoffenheim am Mittwochabend. Beide Mannschaften brannten ein regelrechtes Offensivfeuerwerk ab. Am Ende bekam der FSV dann die "Brutalität des Fußballs" zu spüren: TSG-Stürmer Mark Uth erlegte seinen Lieblingsgegner und sicherte seiner Mannschaft mit dem 3:2-Siegtreffer in der Nachspielzeit die vollen drei Punkte.

Eigentlich war der Start wie gemalt für die Nullfünfer: Mit aggressivem Pressing hielt Mainz die Gäste komplett in Schach und drängte mit viel Ballbesitz nach vorne. Der Lohn waren zwei frühe Treffer durch Danny Latza (5.) und Yoshinori Muto (16.). "Wir haben die ersten 20 Minuten sehr gut gespielt und Hoffenheim nicht ins Spiel kommen lassen", analysierte Latza am "Sky"-Mikrofon. "Wir wussten, dass Mainz in den ersten 20 Minuten alles nach vorne schmeißt und sehr hoch presst", sagte Uth, dessen Mannschaft den Beginn komplett verschlafen hatte. "Wir wussten es, aber wir konnten es nicht verhindern. Danach haben wir umgestellt, standen kompakter."

Der FSV nämlich ließ die Zügel ein wenig schleifen und zahlte dafür einen hohen Preis: Nadiem Amiri (23.) und Sandro Wagner (45.+1) glichen noch vor der Halbzeit aus. "Wir haben uns rausgenommen und dann die Tore kassiert", ärgerte sich Latza. "Das 2:2 vor der Halbzeit war sehr wichtig für uns", befand dagegen Uth. "Wir sind aufgewacht und haben bis zur letzten Minute an den Sieg geglaubt." Zwar hatte Mainz auch in der zweiten Hälfte ein klares Chancenplus, brachte das Runde aber nicht mehr ins Eckige. "Es war ein 50:50-Ding: Wo fällt der Ball besser runter? Wer hat die letzte Chance, das Tor zu machen?", 

 

In der Nachspielzeit sprang der Ball dann für Hoffenheim - und die letzte Chance hatte Uth auf dem Fuß, der eiskalt vollstreckte (90.+2). Für den 26-Jährigen war es im vierten Aufeinandertreffen mit Mainz bereits der vierte Treffer. "Eine schöne Statistik", befand der Matchwinner. "Mainz macht mir anscheinend Spaß." Ähnlich erging es auch seinem Trainer: "Auf beiden Seiten ging es nicht mehr um Taktiken oder Pläne, sondern um Herz und Laufbereitschaft. Wir haben eine außergewöhnliche Moral gezeigt. Die Mannschaft hat es sehr gut gemacht", lobte Nagelsmann.

 

 

Komplett unterschiedlich die Stimmungslage beim FSV: "Das ist die Brutalität des Fußballs: ein Lucky Punch von Hoffenheim. Das ist wirklich bitter", sagte Sportvorstand Rouven Schröder, der dem Team dennoch eine "sehr gute Leistung" attestierte und eine Mannschaft sah, die "alles reingeworfen" hatte. "Eine sehr bittere Situation, erneut verloren zu haben", fand auch Latza. "Am Ende muss man sagen, dass wir einen Punkt mitnehmen müssen. Wir hatten viele Chancen."

Torwart René Adler sah weniger die Chancenverwertung als Achillesferse an, sondern vielmehr die Defensivarbeit: "Wir schlafen bei den Gegentoren. Wenn der Gegner so einfach zu Toren kommt, müssen wir das nochmal klar und deutlich ansprechen. Wir können nicht immer ein Spektakel bieten - wir müssen anfangen, zu verteidigen. Wir haben zwei Tore gemacht, das sollte ab und an mal reichen."

 

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© Rosemarie Brenner