Heimspiel - Das Sportmagazin
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Rhein-Neckar Löwen

Die Rhein-Neckar Löwen haben am Freitagabend ihren dritten Saisonsieg eingefahren. Die Mannheimer siegten beim VfL Gummersbach mit 29:26 (13:8). Die Gastgeber des VfL mussten zur Halbzeit einen Rückstand hinnehmen, kamen dann jedoch gut aus der Kabine und kämpften sich mehrmals auf drei Tore heran. Am Ende brachten die Löwen ihren Sieg jedoch über die Zeitl. Beste Werfer waren Jerry Tollbring und Florian Baumgärtner mit je acht Treffern.

 

Das erste Tor der Partie ging auf das Konto von Florian Baumgärtner, der das 1:0 (2.) erzielte. Die Löwen kamen durch Jerry Tollbring jedoch umgehend zum Ausgleich. Der Neuzugang auf Linksaußen, der weiterhin Gudjon Valur Sigursson vertrat, stibitzte sich den Ball aus den Händen der Gummersbacher und traf sicher. 

In den folgenden Minuten blieb das Spiel weiterhin eng, woran Carsten Lichtlein einen großen Anteil hatte. Der routinierte Keeper nahm den Löwen mehrere Würfe ab und ermöglichte Stanislav Zhukov damit den erneuten Ausgleich zum 4:4 (11.). Nun drehten die Mannheimer jedoch auf und zogen mit einem 3:0-Lauf auf 7:4 (15.) davon. Dirk Beuchler reagierte und legte die Auszeit. 

Den Lauf der Löwen konnte er damit jedoch nicht stoppen. In der 20. Spielminute traf Andy Schmid von der Strafwurflinie zum 10:5 und sorgte damit für den ersten Fünf-Tore-Vorsprung, bevor Beuchler nach dem 12:6 (23.) erneut die Grüne Karte zog. Schließlich ging es mit 13:8 für die Löwen ging es in die Pause. 

Nach Wiederanpfiff kamen die Gummersbacher gut in die Partie und verkürzten innerhalb weniger Minuten ihren Rückstand. Nachdem Florian von Gruchalla per Strafwurf zum 12:16 (36.) eingenetzt hatte, zog Nikolaj Jacobsen sichtlich genervt die Auszeit und monierte mit deutlichen Worten unter anderem die mangelhafte Passqualität. 

Die Ansprache zeigte Wirkung: Zwar konnte der VfL kurzzeitig sogar noch auf drei Tore herankommen, doch dann setzten sich die Mannheimer wieder ab: 19:14 in der 39. Spielminute. Alles gelang den Löwen jedoch nicht: Schmid scheiterte von der Siebenmeterlinie gegen Lasse Hasenforther - es war der erste Fehlversuch beim sechsten Strafwurf. 

Jacobsen experimentierte inzwischen mit dem siebten Feldspieler, was dazu führte, dass die Löwen das 19:16 (43.) ins leere Tor kassierten. Mit einem Doppelpack erhöhte Tollbring jedoch umgehend wieder, sodass seine Mannschaft eine Viertelstunde vor dem Ende mit 22:17 (45.) in Front lag. Gummersbach ließ jedoch nicht abreißen und kam durch Baumgärtner wiederholt zum Torerfolg. 

Die Mannheimer stabilisierten in der folgenden Phase jedoch ihre Deckung und legten damit den Grundstein dafür, dass der VfL nicht noch einmal dichter herankam. Tollbring erhöhte den Vorsprung auf 25:19 (50.) und Mikael Appelgren nahm von Gruchalla noch einen Siebenmeter ab. Die Vorentscheidung war damit gefallen, obwohl Gummersbach noch einmal verkürzen konnte. Die Löwen brachten ihren Vorsprung über die Zeit und siegten am Ende mit 29:26. 

Im ersten Abschnitt fanden die Rhein-Neckar in der heimischen SAP Arena gegen einen stark aufspielenden FC Barcelona über weite Strecken nicht in die Partie - auch wenn dank einer zwischenzeitlich stabilen Phase ein 9:9 auf der Anzeigetafel stand. Nach einem 12:18 zur Pause drehte der Deutsche Meister im zweiten Abschnitt aber auf, schaffte beim 19:20 den Anschluss und beim 23:23 den Ausgleich. Barcelona legte weiter vor, die Löwen ließen sich nicht abschütteln - beim 28:30 hatte der spanische Meister die Trümpfe wieder die Hand, doch die Löwen glichen aus und beantworteten durch Patrick Groetzki auch den letzten Treffer Barcelonas in der letzten Sekunde mit dem 31:31. Ein spektakuläres Meisterduell endete so mit einer insgesamt gerechten Punkteteilung.

 

Gerade einmal 48 Stunden nach dem Arbeitssieg beim VfL Gummersbach wartete auf die Rhein-Neckar Löwen mit dem FC Barcelona eine der schwersten Aufgaben, die der internationale Handball zu bieten hat. Die Gäste setzten durch Timothey N`Guessan den ersten Treffer und trotz des Ausgleichs durch Jerry Tollbring dominierten die Spanier auch die nächsten Minuten. Raul Entrerrios bot sich eine große Lücke, Dika Mem traf erst mit Glück aus dem Rückraum und dann mit Leichtigkeit im Gegenstoß und dank der Paraden des Ex-Löwen Borko Ristovski stand so ein 1:4 auf der Anzeigetafel.

Die Deckung des FC Barcelona arbeitete glänzend, trat auf den Halbpositionen immer wieder früh und aggressiv heraus und unterband so den Spielfluß bei den Löwen. Neben den einfachen Treffern aus dem Gegenstoß überzeugten die Gäste auch im Positionsangriff mit viel Dynamik und behauptete die Drei-Tore-Führung zunächst. Beim Stand von 4:7 nahm Nikolaj Jacobsen seine Auszeit - mit Erfolg. Die Achse Andy Schmid und Hendrik Pekeler setzte die ersten Wirkungstreffer, hinzu kamen Tore von Patrick Groetzki im Gegenstoß und in Überzahl - der Anschluss war hergestellt. Barcelona agierte in der Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler, Schmid nutzte die sich dadurch bietende Chance und traf mit einem Heber über die zurückeilenden Spieler des Gegners zum Ausgleich.

Das 8:8 und wenig später der von Pekeler herausgeholte und von Schmid verwandelte Siebenmeter zum 9:9 sorgten für Hoffnung auf den Rängen, doch Barcelona ließ sich nicht beeindrucken. Die Spanier hatten nach einer Viertelstunde zahlreiche Wechsel vorgenommen, die neue Formation fand sich nach einigen Minuten. Nach einem Jallouz-Treffer trug sich dabei auch der junge Aleix Gomez Abello in die Torschützenliste ein, wenig später überzeugte der 20-Jährige auch mit zwei Ballgewinnen in der Deckung - nach einem davon verfehlte er allerdings das verwaiste Tor der Löwen und somit seinen zweiten Treffer denkbar knapp.

Trotz einiger vergebener Chancen behauptete Barcelona die Führung und setzte sich nach dem 12:11 wieder ab. Die Deckung hatte nun wieder das Niveau der Anfangsphase und Ristovski entschärfte neben einigen Großchancen auch noch einen Siebenmeter. In der Offensive zog Barcelona unterdessen alle Register: Treffer aus dem Tempospiel, Schlagwürfe von Jure Dolenec oder Aktionen über den Kreis ließen den Abstand wieder anwachsen. Überraschend tauchte der eigentlich für die Außenbahn verpflichtete Yanis Lenne im Rückraum auf - und der junge Franose traf zum 17:12. Die Rhein-Neckar Löwen gerieten mehr und mehr unter Druck, nach dem 18:12 lagen zwölf Tore zwischen den beiden Teams. Und mit dieser Differenz ging es auch in die Kabinen, Ristovski beendete den ersten Abschnitt mit einer weiteren Glanztat.

Nach einem 1:6-Lauf vor der Pause hofften die Fans in der SAP Arena auf eine Reaktion des Heimteams und sie schöpften Hoffnung, denn mit einem von Pekeler herausgeholten und von Tollbring verwandelten Siebenmeter setzten die Hausherren den ersten Treffer. Auf der Gegenseite verzog N`Guessan völlig unbedrängt, er setzte das Leder über das nun von Andreas Palicka gehütete Gehäuse. Auf der Gegenseite verkürzte Harald Reinkind den Abstand auf vier Tore und auch ein diesmal wieder erfolgreicher Versuch von N`Guessan beeindruckte die Löwen nicht nachhaltig. Andy Schmid und Hendrik Pekeler setzten nun die Akzente, beim 18:20 war der Deutsche Meister zurück im Spiel und nach gerade einmal sechs Minuten des zweiten Abschnitts nahm Barcelona die Auszeit.

Eine Parade von Palicka und die Achse Schmid und Pekeler sorgte für den Anschlusstreffer, bevor eine Zeitstrafe die Aufholjagd des Gastgebers unterbrach. Nach dem 20:23 setzten die Rhein-Neckar Löwen neu an, den ersehnten Ausgleich zum 23:23 setzte dann Gedeon Guardiola, der nach einem Doppelschlag von Andy Schmid und einer weiteren Palicka-Parade im Schnellangriff erfolgreich war. Barcelona haderte mit der aus der Hand gegebenen Führung, legte aber weiter vor - auch weil Ristovski sich mit Palicka ein hochklassiges Duell zwischen den Pfosten lieferte. Die Spanier zogen wieder auf zwei Tore davon, doch die Löwen kamen wieder auf - glichen durch Andy Schmid zum 27:27 aus.

Schmid musste allerdings kurz darauf für zwei Minuten vom Parkett, zum sichtbaren Ärger von Nikolaj Jacobsen. Per Siebenmeter legte Valero Rivera vor, den Ausgleich von Alexander Petersson beantwortete Dika Mem noch in Überzahl und nach einer Ristovski-Parade erhöhte der Franzose zum 30:28. Die Rhein-Neckar Löwen drohten nach erfolgreicher Aufholjagd drei Minuten vor dem Ende wieder auf die Verliererstraße zu geraten. Doch Alexander Petersson traf trotz Bedrängnis, für die sein Gegenspieler zwei Strafminuten kassierte. Nach einem technischen Fehler bot sich den Löwen die Chance zum Gegenstoß, doch dieser wurde mit einem Foul unterbrochen - weitere zwei Strafminuten für die Gäste. In doppelter Überzahl bot sich den Löwen die Chance zum Ausgleich, doch Borko Ristovski lenkte den Wurf mit dem Kopf neben das Tor.

In der fulminanten Schlussphase aber noch nicht der letzte Akzent. Wenig später war Ristovski im Pech, nach einem Ballverlust in der Offensive eilte er zurück ins Tor, während die Barca-Deckung Jerry Tollbring neun Meter vor dem Tor festmachte - dieser kam dennoch zum Wurf, der abgefälscht gegen die Laufrichtung des Torhüters den Weg zum 30:30 ins Netz fand. Barcelona hatte die Chance auf den Siegtreffer, die Gäste brachten nach einer Auszeit Dika Mem in Position, der für die Führung sorgte - allerdings rettete Nikolaj Jacobsen mit einer sofort genommenen Auszeit sieben Sekunden: Mit Druck starteten die Löwen den letzten Angriff: Schmid und Petersson gaben den Druck weiter, dadurch bot sich für Patrick Groetzki die Chance und dieser griff beherzt zu: Das 31:31, das die Punkteteilung besiegelte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Rosemarie Brenner