Heimspiel - Das Sportmagazin
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Adler Mannheim

 

 

 

 

 

 

Das ging gerade noch gut für die Adler Mannheim. Der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga rettete sich am Dienstagabend trotz einer schwachen Defensivleistung mit einem glücklichen 6:5 (2:2, 2:2, 2:1)-Sieg gegen widerborstige Fischtown Pinguins Bremerhaven ins Ziel und hat seinen Vorsprung an der Tabellenspitze aufgrund der Verlängerungs-Niederlage des EHC München in Krefeld wieder auf sechs Punkte ausgebaut.

"Unser Matchplan steht bereits", war sich Phil Hungerecker schon am Tag nach den unliebsamen Erfahrungen mit den Wolfsburg Grizzlys beim 3:5 vom Sonntag sicher. Nochmals ohne den angeschlagenen Top-Scorer Chad Kolarik, dessen Rückkehr beim Spitzentreffen am Freitag gegen München erwartet wird, gingen die "Greifvögel" mit einer gehörigen Portion Wut in die Partie. Es schien zunächst auch so, als würde die Trotzreaktion Früchte tragen: Erste Überzahl, erstes Tor, als Andrew Desjardins seine Kelle in einen Schlagschuss von Katic hielt und erfolgreich abfälschte (9. Minute).

Keine Zeigerumdrehung später standen gleich zwei Mannheimer nach einem Handgelenkschuss von Reul frei vor dem Tor, Hungerecker überließ dabei Luke Adam das Abstauben zum 2:0. Für die Bank der Seestädter ein Anlass zum Handeln, Trainer Thomas Popiesch wechselte den Torhüter, wie so oft im Eishockey war dies auch am Dienstag ein Zeichen zum Neustart. Mit Hübl für Pöpperle drehte der Tabellensiebte auf und nutzte die zunehmende Sorglosigkeit in der Adler-Defensive zu einem Doppelschlag binnen anderthalb Minuten. Erst kam Möser beim 2:1 von Uher zu spät, beim Ausgleich nutzte Hooton die offene Mittelzone entschlossen aus.

Die Unsicherheiten im Spiel des Tabellenführers nahmen zu, ein Pfostenschuss war Ausdruck, dass sich die Partie in die falsche Richtung entwickelte. Dennoch hatten Plachta und Wolf (20.) die Führung auf dem Schläger, aber mit Hübl im Tor war kein Durchkommen.

Auch ein Unterzahltreffer von Garrett Festerling (24.), der mit Goc einen Konter fuhr und im Nachschuss traf, verlieh den vogelwilden Adlern keine Sicherheit. Das vermeintliche vierte Tor wurde zu Recht aberkannt, weil Plachta die Scheibe mit einer Kickbewegung über die Linie bugsierte, wenig später stellte Zengerle (30.) in Überzahl erneut den Gleichstand her. Die erstmalige Führung der Gäste zeichnete sich ab, weil die Blau-Weiß-Roten jede Spur defensiver Ordnung vermissen ließen und vor dem 3:4 durch Quirk (37.) förmlich um einen Gegentreffer bettelten. Mehr aus Glück denn aus einer überlegten Aktion erhielt Matthias Plachta (39.) das 4:4 gutgeschrieben, wobei ein Gegenspieler dem Puck die letzte Drehung über die Linie gab, ein klassisches Eigentor also.

Die Dramatik nahm zu, die Klasse nicht. Auch das 5:4 durch Desjardins (43./Überzahl) hielt nicht lange, Alber glich mit einem kuriosen Tor nochmals aus, ehe Desjardins (59.) nach starker Zuarbeit von Akdag mit seinem dritten Tor des Abends eine verrückte, zum Ende gar sehr nicklige und von allen taktischen Tricks und Kniffen geprägte Auseinandersetzung einem erfolgreichen Ende zuführte.

Durch ihren Sieg haben die Adler den 16 Jahre alten Punkterekord der Eisbären Berlin eingestellt. Diese Bestmarke stellte der DEL-Rekordmeister Berlin in der Saison 2002/2003 auf.

 
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© Rosemarie Brenner